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Das Pädagogische Konzept orientiert sich grundsätzlich am aktuellen „LehrplanPlus Grundschule in Bayern“. Es ist zu 95 % fertig und wird von der Genehmigungsbehörde positiv bewertet. Dennoch möchten wir den kompletten Entwurf im Moment gerne nur auf Anfrage versenden.

Im folgenden einige Auszüge:

Lernformate
  • Bewegung und aktives Tun stehen in der Grundschule im Vordergrund – operative Phase
  • Freiarbeit – Selbstständige Beschäftigung
  • Spielen – „Es gibt zum Lernen nichts Besseres als zu Spielen“ (André Stern)
  • Projekte und interne Angebote
  • Außerschulische Angebote und Praktika
  • Alltagstätigkeiten
Lerninhalte

Im folgenden Kapitel werden eine vorläufige Übersicht der Schulfächer und weiterer Lerninhalte der Freien Aktiven Schule Aschaffenburg aufgelistet. Vorläufig deshalb, weil unsere Schule ihre eigenen Angebote immer wieder ausweiten will, je nach Bedarf und Nachfrage der SchülerInnen, sowie der Kompetenzen, Neigungen und Interessen der Lernbegleiter und der Eltern. Darüber hinaus werden Materialien genannt, die zum Teil ein eigenständiges Erlernen unterschiedlicher Themen ermöglichen. Diese Materialien werden mit der Zeit erweitert und an die SchülerInnen angepasst oder mit ihrer Hilfe hergestellt.

Klassische Schulfächer: Deutsch, Mathematik, Englisch, Heimat-und Sachunterricht, Ethik und Religion, Musik, Sport, Werken und Gestalten

Eigene Lerninhalte der Freien Aktiven Schule Aschaffenburg:

  • Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg
  • Gesunde Ernährung: Kochunterricht, Aufklärung über Zusatzstoffe, Kräuterwissen, etc.
  • Ökologie: Schulgarten, Bewusstsein für Umgang mit Energie und Ressourcen, Recycling, Upcycling, Naturschutzprojekte
  • Theater: Stücke schreiben, einüben, aufführen, Selbstbewusstsein und Kreativität stärken, in fremde Rollen schlüpfen
  • Fremdsprachen: im Kursangebote bzw. im alltäglichen Umgang von und mit Muttersprachlern
  • Handwerk: Schreinern, Töpfern, Korbflechten, Schneidern, etc.
  • Herausforderung: eine Sache, die man noch nie gemacht hat, vielleicht sogar etwas wovor man Angst hat oder glaubt nicht gut darin zu sein
Freie Wahl der Lerninhalte

Um ihre pädagogischen Grundgedanken umsetzen zu können, bricht die Freie Aktive Schule Aschaffenburg die 45 Minuten Einheiten auf. Der Freien Wahl der Lerninhalte liegt ein Wochenplan mit tagesablaufstrukturierenden Elementen zugrunde.  Im Rahmen der Freiarbeit, der Angebote und Projekte haben die SchülerInnen ein großes Mitsprache- und Entscheidungsrecht. Themen und Fragen, die die Kinder aktuell interessieren, bestimmen die Lerninhalte. SchülerInnen, die gerade in eine Arbeit vertieft sind, werden dabei, soweit es die äußeren Bedingungen ermöglichen, nicht gestört. Nur so ist es möglich, dass die SchülerInnen beim Lernen und Forschen, Basteln oder anderen Tätigkeiten, denen sie gerade nachgehen, einen „Flow-Zustand“  erreichen, den die Kinder bereits vom Spielen kennen. Ein Zustand der Zufriedenheit, in dem alles mühelos erscheint und einem Freude bereitet. Die SchülerInnen in diesem Zustand verweilen zu lassen und sie vor Unterbrechungen und einem Herausreißen zu schützen, ist eine der Aufgaben der Lernbegleiter.

Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung

Als Maßstab für Erfolg dient keine einheitliche Skala (z. B. Notenskala), die darauf ausgelegt ist Leistungen von SchülerInnen mit den Leistungen der anderen SchülerInnen zu vergleichen und als „gut“ oder „ungenügend“ zu bewerten. Stattdessen könnte man eher fragen: „Was habe ich aus meinen vorhandenen Fähigkeiten gemacht? Habe ich mein Potential schon voll ausgeschöpft oder geht noch mehr? Was brauche ich dafür?“ Möglicherweise kommt in einem solchen Lernumfeld die Frage nach Erfolg gar nicht auf. André Stern , ein Mensch der einen individuellen Lernweg ganz ohne Schule beschritten hat und inzwischen als Schriftsteller und Gitarrenbauer erfolgreich ist, beschreibt Erfolg in einem Interview als das „Nebenprodukt des Nebenproduktes von Begeisterung“.

 „Wenn ich von etwas begeistert bin, dann widme ich mich diesem Thema Stunden um Stunden, einfach nur weil es mir Spaß macht. Dabei erwerbe ich Kompetenz. Kompetenz ist also ein Nebenprodukt von Begeisterung. Und wenn ich in etwas Kompetenz erworben habe, dann kommt als Nebenprodukt dieser Kompetenz der Erfolg.“

Sich selbst einschätzen in Relation zu anderen können sie in der Gemeinschaft dennoch auch – aber auf andere Art und Weise als durch Noten und Vergleich: In der Freien Aktiven Schule Aschaffenburg erleben sich die Kinder als Teil einer Gemeinschaft, in der verschiedene Menschen verschiedene Stärken und Schwächen haben. Die Herangehensweise zur Einschätzung der eigenen Fähigkeiten in Bezug auf die Gemeinschaft lautet dann nicht „Was kann ich besser/schlechter als andere?“, sondern „Was kann ich Positives zur Gemeinschaft beitragen?“. Das ist ein lebenssinngebender Kontext, der auf dem Konzept von Kooperation (statt Konkurrenz) als Grundlage menschlicher Gemeinschaft beruht. Auf der persönlichen Ebene erzeugt dies eher ein Gefühl von Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit und ermöglicht eher einen „Platz im Leben zu finden“ als der schlichte Leistungsvergleich.

Leistungsfeststellung ohne Bewertung

„Leistungsfeststellung in der Grundschule soll Prozess und Ergebnis einbeziehen. Sie beschreibt den individuellen Lernfortschritt.“

Die Freie Aktive Schule Aschaffenburg verzichtet auf eine Benotung der SchülerInnen, da für uns eine angstfreie Umgebung für jegliche Lernvorgänge Grundvoraussetzung ist. 

Da unser Schwerpunkt im Lernprozess auf der Selbstständigkeit liegt und somit auch die Selbstkontrolle für die eigene Reflexion eine entscheidende Rolle spielt, wird den SchülerInnen als Dokumentationshilfe ihrer eigenen Lernentwicklung die Arbeit mit Portfolios und Lerntagebüchern gezeigt und nahegelegt.

Portfolio

Bei einem Portfolio handelt es sich um eine „planmäßig angelegte Sammlung von Schülerarbeiten, die Bemühungen, Fortschritte und Leistungen eines Schülers in einem oder mehreren Fächern dokumentiert; und zwar unabhängig von den Mitschülern. Eine wesentliche Funktion von Portfolios besteht darin, Veränderungen im Verlauf der Zeit zu dokumentieren. Die Auswahl und Zusammenstellung der im Portfolio enthaltenen Beiträge erfolgt stets unter Mitwirkung des Schülers und nach seinen festgelegten Selektionskriterien. So haben Schüler immer die Gelegenheit, sich ihre Produkte und Leistungen wiederholt anzusehen und darüber nachzudenken. Letztendlich fördert ein Portfolio die Fähigkeit von Lernenden zur Selbstbewertung.“

Lerntagebuch

Ein Lerntagebuch ermöglicht es den SchülerInnen alle Gedanken ihrer Lösungswege zu jeweils bestimmten Problemen, Ideen und Projekte schriftlich zu fixieren. Jegliche Informationsquellen wie z.B. Bücher, Internet, Freunde, Verwandte, etc. können dabei genutzt werden. Die Aufzeichnungen zeigen Wege und Irrwege auf, die für das individuelle Fortkommen Rückmeldung geben und hilfreich sein können.

Das Lerntagebuch ist somit ein Instrument, mit dessen Hilfe der Lernprozess systematisch reflektiert werden kann. Die SchülerInnen dokumentieren, was sie zu einem bestimmten Thema gelernt haben und was sie vielleicht noch gerne wissen würden. Sie lernen damit ihren eigenen Lernprozess zu beobachten und zu durchschauen, sowie sich selbst besser einzuschätzen. Das Lerntagebuch dient als Mittel zur Selbstevaluation: im Tagebuch können Selbstlernphasen, eigene Meinungen, Ansichten, etc. dokumentiert werden, wodurch ein Lernfortschritt in Form von Selbstkontrolle möglich wird. Alle SchülerInnen besitzen ein eigenes Tagebuch und nehmen darin Eintragungen vor, die sich auf die persönliche Lernerfahrung beziehen. Das Tagebuch wird weder korrigiert noch als Grundlage für Bewertung herangezogen. Es ermöglicht den Lernbegleitern Einsichten in die individuellen Lern- und Arbeitsweisen der SchülerInnen und lässt Rückschlüsse auf bestimmte Denkweisen und Entwicklungsstufen des Kindes vermuten.

Beobachtungsbogen

Zusätzlich führen die Lernbegleiter für jedes Kind einen Beobachtungsbogen, in dem alle Lernschritte, aufgeschlüsselt in die verschiedenen Lernbereiche, detailliert aufgeführt werden, und der auch das Arbeits- und Sozialverhalten beinhaltet. Dieser ist Grundlage für die Jahresbriefe der SchülerInnen, Ausgangshilfe für Gespräche zwischen Erwachsenen innerhalb der Freien Aktiven Schule Aschaffenburg, als auch Basis der Gespräche zwischen Lernbegleitern, Eltern und SchülerInnen, die je nach Bedarf mehrmals im Jahr stattfinden können.

Für die Grundschulempfehlung (zur Mitte des 4. Schuljahres) und bei Übergang auf weiterführende Schulen werden die Beobachtungsbögen von den Lernbegleitern in Ziffernzeugnisse umgewandelt: Als objektivierbare Kriterien für die Leistungsbeurteilung betrachten wir die Vorgaben des „LehrplanPLUS Grundschule in Bayern“.

Die Freie Aktive Schule Aschaffenburg verfasst zum Schuljahresende einen individuellen und schriftlichen Bericht (Jahresbrief), der die Entwicklung des Kindes in den Bereichen Verhalten, Lernen und Arbeiten beschreibt. Diese Beschreibung bezieht sich unter anderem auf:

  • die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kindes in den Fächern der Grundschule,
  • das Lernverhalten (Aufgeschlossenheit, Konzentrationsvermögen, Kreativität, etc.),
  • besondere Interessen,
  • das Sozialverhalten,
  • die Motorik.

Mit diesen Berichten übernehmen wir eine an anderen Freien Alternativschulen in Deutschland seit Jahrzehnten erprobte Praxis. Ebenso wie in den genannten Schulen werden wir keine Halbjahresbriefe bzw. Halbjahreszeugnisse ausstellen. Stattdessen finden in regelmäßigen Abständen Elterngespräche statt, welche die Entwicklung des Kindes betreffen. In regelmäßigen Elternabenden wird die Gruppensituation besprochen.

Die Freie Aktive Schule Aschaffenburg wünscht sich einen regen Austausch zwischen den Lernbegleitern und den Eltern, so dass beide Parteien stets über den Lernfortschritt und den Lernstand des Kindes informiert sind. Wird der Übertritt an eine andere weiterführende Schule geplant, klären die Eltern mit den Lernbegleitern gemeinsam ab, welchen Lernstand das Kind hat und welcher Lernstoff gegebenenfalls für den Übertritt noch angeeignet werden muss.

Da sich die Freie Aktive Schule Aschaffenburg auf demokratische Grundsätze beruft, wird auch den SchülerInnen Raum und Platz gegeben, den Lernbegleitern und anderen Erwachsenen Rückmeldung über ihr Verhalten zu geben. Dies kann in spontanen Äußerungen, Besprechungen oder ebenfalls in einem Jahresbericht geschehen.

 

Förderverein Freie Aktive Schule Aschaffenburg e.V.

Michael Vogel
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